Blumentopfofen

Vielleicht ist es gut, sich Gedanken über Alternativen bezüglich Energie zu machen. Vor einiger Zeit begegnete mir dazu eine Idee:

Der Blumentopfofen

Was für Materialien braucht man dazu?

  • Einen Untersatz aus Ton oder Keramik, einen Topfuntersetzer
  • Darauf einen Metallteller
  • Einen Tontopf, etwas größer oder große Tonscherben
  • Auch gerne 2 oder mehr Tontöpfe (Bauanleitung findet man im Netz) übereinander
  • Abstandhalter zwischen Untersatz und Topf
  • Teelichte

Was ich genommen habe:

  • Einen Tahiniofen
  • Einen Metallteller
  • Einen Tahiniaufsatz
  • Teelichte oder Grabkerze oder Räucherkohle

Was man beachten muss und auch sollte:

Oberstes Prinzip: die Teelichte nicht so eng zusammenpacken. Da ich es schön warm haben wollte, habe ich ca. 8-10 Teelichte da reingepackt und dann habe ich irgendwann quergelüftet. Das Feuer sprang von einem Licht zum anderen über und ich hatte beinahe einen Zimmerbrand. Es gelang mir noch, den Tahiniofen auf die Terrasse zu tragen.

Die Teelichte auf einen Metallteller stellen: Die Teelichte schlabbern schon mal flüssiges Wachs, welches in den Ton oder die Keramik eindringen kann. Das könnte sich auch irgendwann mal entzünden.

Zwischen Untersatz und Tontopf muß etwas Platz sein, damit die Lichter Luft zum Brennen haben.

Grabkerze mit Teelichten besser nicht mischen, weil die Teelichter seitlich das Plastik der Grabkerze anschmelzen können. Das Wachs läuft aus der Grabkerze mit allen Folgen.

Vorteil von Tahiniaufsatz: man kann oben Wasser und ätherische Öle einfüllen und es so als Duftlampe konzipieren.

Verwendet man Räucherkohle, kann man mit Räucherwerk auch den Raum beduften.

Verwendet man konventionelle Teelichter, hat man bald einen Haufen Aluschälchen und kann nur hoffen, dass das recycelt wird. Es empfiehlt sich, die Wachsreste aus den Aluschälchen zu lösen. Dieses Wachs kann man dann in einem Schmelzfeuer weiterverwenden oder damit Kerzen gießen. Besser ist es, Teelichter in Glasschalen zu verwenden. Die Pflege der Glasschälchen ist dann zusätzlich aufwändig. Räucherkohle ist vom Umweltaspekt dann vielleicht besser.

Umwelt: natürlich erzeugt der Ofen CO2. Das tut die Heizung aber auch. Vielleicht hat mal jemand Lust, auszurechnen, wie die Bilanz ist. Und Paraffindämpfe sind auch nicht so gesund. Jede/r kann sich überlegen, ob als Alternative Stearin oder sogar Bienenwachs verwendbar ist.

Wofür das Ganze?

Mir hat jemand vorgerechnet, dass dieser Blumentopfofen als Wärmequelle kaum sinnvoll ist, weil er nur eine geringe Zimmertemperaturerhöhung bewirkt. Das stimmt. Der Ofen erzeugt aber eine andere Wärme als die Zentralheizung. Obwohl ich entsetzlich verfroren bin und meist im Sitzen arbeite, kann ich doch locker bei 2-4° Temperaturgrade weniger mich angenehm aufhalten. Es ist einfach eine andere Wärme, die meine Besucher und ich als sehr wohlig warm erleben.

Auch kann man sich an der Außenwand des Ofens sehr schön die kalten Hände wärmen.

Es ist möglich, sich eine Konstruktion zu bauen mit Säulen oder einem Dreibein. Auf diese platziere man einen feuerfesten Teller, auf dem man sogar etwas Essen oder eine Flüssigkeit erwärmen kann: also auch etwas für Notzeiten, die hoffentlich nie kommen werden.

Sollte mal die Heizung ausfallen, ist es doch besser als nichts und schützt evtl. vor Frost im Zimmer und dass Rohre in Küche und Bad einfrieren. Muß man ausprobieren.

Vorsicht:

  • Siehe oben: Teelichter nicht zu dicht packen
  • Nicht anwenden, wenn sich junge Katzen oder andere Tiere im Haushalt befinden, die den Ofen umstoßen könnten
  • Bei Kindern im Haushalt, den Ofen entweder so aufstellen, dass sie nicht drankommen oder mit ihnen üben, damit umzugehen. Bei lebhaften Mitbewohnern besser nicht verwenden
  • Nicht in die Nähe von Vorhängen platzieren.
  • Drauf achten, dass man alles gleichzeitig erwärmt, damit es keine Spannungen im Material gibt und Teller oder Topf springen.
  • Den Ofen immer beaufsichtigen und beim Verlassen des Raumes, die Lichter immer löschen.

Der Blumentopfofen ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Morgens und wenn ich von draußen reinkomme, ist meine erste Tätigkeit: den Ofen in Betrieb nehmen, so wie es unsere Vorfahren schon immer in der kalten Jahreszeit gemacht haben.

Gerne höre ich Eure eigenen Erfahrungen.

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